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"Wir wollen Demokratie auch dort, wo sie unterbunden wird", erklärte BZÖ-Bündnisobmann Josef Bucher in einer Pressekonferenz. Deshalb fordert er eine Privatisierung der Kammern und Umwandlung dieser Selbstverwaltungskörperschaften in Vereine. "Es soll jedem selbst überlassen werden, welche Vertretung er wählt", so Bucher, der auch erinnert, dass allein die Pflichtbeiträge bei der Arbeiterkammer rund 344 Mio. Euro im Jahr ausmachen.
Als "nicht mehr zeitgemäß" bezeichnet Bucher, dass die Selbstverwaltung und Finanzgebarung der Kammern nicht überprüft werden kann. Zumindest eine regelmäßige Prüfmöglichkeit durch den Rechnungshof müsse möglich gemacht werden. Dann ließe sich auch die Funktion der Kammern als "Parteifinanzierungs-Organisationen" besser beleuchten.
Kritik gibt es von Bucher aber daran, dass jedem Arbeitnehmer vollautomatisch 0,5 Prozent des Bruttolohns für die Arbeiterkammer abgezogen werden. Bucher: "Das ist wie eine Steuer - mit einem Gesamtvolumen von 344 Mio. Euro im Jahr!" Der BZÖ-Bündnisobmann vergleicht diese Summe mit den 235 Mio. Euro Kosten für die 13. Familienbeihilfe, die Rot und Schwarz wieder abschaffen wollen: "Man muss bei den Kammern sparen, nicht bei den Bürgern!"
Völlig unverständlich ist für Bucher, warum es zwei gleichartige Vertretungen wie Arbeiterkammer und ÖGB gibt. "Zusammenlegen zu einer schlanken Organisation!", lautet seine Forderung. Gleichzeitig müssten auch die Missstände im "Zulagen- und Privilegienparadies der Kammern" abgeschafft werden. Grundsätzlich müsse auch geklärt werden, warum die Kammern derart hohe Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen haben müssen. Bucher: "Wozu so hohe Budgets? Diese Mittel kann man sinnvoller einsetzen!"