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BZÖ-Klausur - Bucher: Bildung soll zur politikfreien Zone werden
Faymann schiebt alles auf die lange Bank, ÖVP blockiert mit theresianischer Militärmentalität

Für ein zukunftsweisendes Bildungskonzept und gegen die Einmischung der Politik sprach sich BZÖ-Bündnisobmann Josef Bucher im Rahmen der BZÖ-Klausur zum Thema Bildung im oberösterreichischen Geinberg aus. "Ich möchte Bildungspolitik zur politikfreien Zone erklären!" Statt auf das Ergebnis der nächsten PISA-Studie zu warten, müsste endlich eine Reform begonnen werden. Schulpflicht ist auch Pflicht des Staates!", mahnte Bucher, der auch erinnerte: "Wir brauchen nicht das billigste, sondern das beste Schulsystem!"
Nun sei wieder das große Zittern rund um die PISA-Studie ausgebrochen. "PISA ist kein Zeugnis über den Wissensstand, sondern ein Zeugnis, wie kaputt unser Bildungssystem ist", erinnerte Bucher und fragte: "Wie viele Studien brauchen wir noch, bis was geschieht?" Bildung sei ein kulturelles Instrument für Chancengleichheit, Bildung garantiere die Ausübung von Freiheit und Selbstbestimmung und sei eine entscheidende Voraussetzung dafür, das Leben abzusichern. "Nur mit guter Bildung lässt sich die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs garantieren und kann der Wirtschaftsraum Österreich expandieren", warnte Bucher.
Für die Schulverwaltung seien klare Zuständigkeiten und Regeln aufzustellen, die Bildungskompetenz müsse beim Bund sein. Vom Ministerium aus sollte es dann neun Landesbildungsdirektionen geben. Entscheiden sei, dass Lehrkräfte nur nach ihren wirklichen Fähigkeiten und nicht nach dem Parteibuch eingestellt werden. "Bildung ist nicht eine politische Spielwiese der Landeshauptleute", so Bucher. Wer zahlt, schafft an! Es sei nicht einzusehen, dass sich Landeshauptleute politische Vorteile suchen, ohne zu zahlen. Denn sie seien versucht, dieses politische System zu missbrauchen.
Den Entscheidungsträgern warf Bucher vor: "Sie haben nicht den Mut, was zu tun! Kanzler Faymann schiebt alles auf die lange Bank, statt ein zukunftsorientiertes Konzept auf die Beine zu stellen. Die ÖVP ist schon seit 24 Jahren säumig und gestaltet die Bildungsbedürfnisse junger Menschen nicht zeitgemäß. Sie sind immer Blockierer und auf der Bremse gestanden mit ihrer theresianischen Militärmentalität."
"Wir haben ein klares Konzept mit einer gemeinsamen Schule der sechs- bis 15-Jährigen", so Bucher. In dieser Zeit darf es keine Trennung der Schulformen, keine Differenzierung geben. "Wir brauchen nicht das billigste sondern das beste Schulsystem, wenn wir in Zukunft konkurrenzfähig bleiben wollen", verlangte Bucher und erinnerte: "Schulpflicht ist auch Pflicht des Staates!" Deshalb werde das BZÖ dafür sorgen, dass der Staat die Verantwortung übernimmt, den Jungen Bildung mitzugeben. Dementsprechend sei "Bildung ein Grundrecht und keine Finanzierungspflicht der Eltern durch Nachhilfe."
Lehrer sollen in Zukunft sichtbare Arbeit leisten - und die Schule nicht mit nachhause nehmen, sondern in der Schule lassen - dazu brauche es auch einen eigenen Arbeitsplatz. Da Lehrer 70 freie Tage pro Jahr haben, sollten sie nach Buchers Vorstellung für Kinder, die Nachholbedarf haben, solidarisch zwei Wochen zur Verfügung stellen. Allerdings müsse sich Leistung wieder lohnen "für Schüler und Lehrer". Statt dem antiquierten Besoldungsrecht brauchen Lehrer auch Motivation für Mehrleistung. "Neben dem Grundgehalt und Funktionskomponente - etwa als Klassenvorstand - muss eine Leistungskomponente für besonderes Engagement eingeführt werden", so Bucher. Mit diesem Modell würden junge Einsteiger in den Lehrberuf ein höheres Gehalt erhalten können.
Weiters forderte Bucher neben der Zentralmatura mit einheitlichem Prüfungsstandard eine Hochbegabtenförderung; Begabte sollten eigene Förderklassen besuchen oder Sprünge machen können - "gefördert und gefordert" müsse das System sein. Zusätzlich sollte ein Fach "Wirtschaft und Sozialkunde" eingeführt werden, "denn wir werden ständig mit Wirtschaftsfragen konfrontiert; und Geldanlegern geht man dann nicht so leicht in die Falle", erklärte Bucher.
Im Sinne einer verbesserten Ausbildung ist für Bucher eine verstärkte Förderung für Kinder mit Migrationshintergrund unerlässlich; ebenso, wie ein Beschränkung auf maximal 30 Prozent Schüler mit nicht deutscher Muttersprache pro Klasse. Zudem solle pro Schule ein Integrationsbeauftragter eingesetzt werden, damit auch Eltern stärker in den schulischen Prozess eingebunden werden und mit der deutschen Sprache enger in Kontakt kommen.
Eine besonders wirtschaftsnahe Forderung ist für Bucher die Trennung Lehrer und Prüfer: Der Lehrer sollte zum Coach der Schüler werden. Dem Bewegungsdefizit will das BZÖ mit täglichen Bewegungseinheiten an den Schulen zu Leibe rücken. "Sonst wird die Belastung für das Gesundheitssystem immer größer", warnt Bucher, der sich auch die Förderung von Zusammenschlüssen von Schulen und Sportvereinen vorstellen kann.

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